April 18, 2014
Eine kurze Nachlese zum KOMPLIZEN-Workshop der Berliner Gazette vom 06.04.2014

Am 06.April 2014 gab es im Konferenz- und Workshopzentrum SUPERMARKT Berlin eine Veranstaltung der Berliner Gazette mit dem Titel KOMPLIZEN. Das Anliegen lag im Zusammenführen von Vertretern aus Expertenkulturen mit anderen Akteuren, die, so Erwartung und Idee, Fragen aufwerfen könnten, die in den Expertenkulturen so nicht gestellt werden. Der Blick von Außen, die plötzliche Notwendigkeit einer Zusammenarbeit bzw. Kollaboration sollte, so die Idee, auf Lücken, blinde Flecken, unerwartete Chancen hinweisen und damit eine besondere Dynamik in den Dialog bringen. 

Die LIBREAS-Redaktion war mit zwei Vertretern in den Track #4 eingeladen und eingetreten: Library of the Future: Open Knowledge for All? Eine kurze Beschreibung dazu gab es in einem Beitrag im LIBREAS.Weblog eingebettet, in dem als Ergebnis notiert wird:

In der Spezifizierung der Debatte ging es darum, herauszuarbeiten, was die Profession des Bibliothekars herausstellt. Wenig verblüffend sind es bestimmte Kompetenzen, die es ihm ermöglichen, nicht etwa etwas zu tun, was nicht auch ein engagierter Laie tun könnte, dies aber am Ende im Idealfall doch schneller, präziser und gründlicher.”

Da dies allerdings nur einen kurzen Blick in einen der beiden Binnenworkshops ermöglicht, soll hier noch die Zusammenfassung aus dem Protokoll (PDF-Download) zur Veranstaltung, das gestern publiziert wurde, zitiert werden. Dort heißt es:

Track #4: Library with future: Open knowledge for all? 

Free knowledge and free culture—using the example of a public, digital, and thus globally accessible library, one can see that these universal demands have not yet been established throughout the world. A major obstacle is the economic regime known as copyright industry. In order to create an exemplary case of “free knowledge” and “free culture,” the following questions were addressed in the workshop: How could such a library be realized? What would it look like and how would it be set up? What economic conditions must be created? The workshop brought together scientists, activists, creatives, artists, and the keepers of cultural heritage (librarians, etc.).

Als Ergebnis (Lessons) wird festgehalten:

Representatives of conventional libraries inlcuding the ICI-Berlin, Zuse-Institute and Stadtbibliothek
Wolfsburg discussed their issues with representatives of initiatives like memoryoftheworld.org, libreas.eu and wikimedia.de. It became clear that libraries, despite their focus on their collections, are also looking forward to collaborations, in order to establish e.g. one universal library combining archives from institutions as well as from initiatives and grassroots actors alike. While there was a
consensus among the participants, that this approach is seminal, it remained unclear how to establish values and practises for such a collaboration, e.g. how to make the materials not only accessible but also preserve them for the future – can we find a method for long-term access?

Aus den Rohnotizen zur Veranstaltung gehen noch einige weitere Aspekte hervor, die man für einen möglichen Anschlussdialog festhalten sollte. Interessant ist beispielsweise die Forderung des Internetaktivisten Marcell Maus, die Grundidee des freien Zugangs aus dem Public-Library-Bereich auch radikal auf Digitale Bibliotheken zu übertragen. Er selbst ruft, da die institutionellen und politische seiner Ansicht nach in dieser Richtung zu wenig Wirkung zeigen, zu einem Erzwingen des Zugangs über zivilen Ungehorsam auf.

Die zweite Gruppe befasste sich, wie im LIBREAS-Blog angedeutet, weitgehend mit der Frage der Kollaboration von Insidern und Outsidern, folgte also straffer der grundsätzlichen Konzeptidee der Veranstaltung. Der Konsens ging in dieser Hinsicht dahin, dass man, wenn es um die Inhalte und auf das Kuratieren von Inhalten geht, also genau das, was eine zeitgemäße Bibliothek jenseits der bloßen Bestands- und Objektverwaltung auszeichnet, die Grenze zwischen den Bibliotheksmitarbeitern und der Community - das im Workshop verwendete Wort “Amateure” greift bei genauerer Betrachtung deutlich zu kurz, denn beispielsweise im wissenschaftlichen Bereich interagieren eindeutig Profis mit Profis - möglichst durchlässig gehalten werden soll.

Große Defizite bestehen dabei bei den Formen und Möglichkeiten der Interaktion. Hier gibt es vielleicht vereinzelt Best-Practice-Lösungen, generell wird diese Art Openness/Offenheit bislang aber nur wenig strukturell mitgedacht. Hier wäre zweifellos die Bibliothekswissenschaft gefragt, entsprechende Lösungen zu durchdenken, zu entwickeln und zu vermitteln. 

Kein absoluter Konsens wurde bei der Frage gefunden, wie tief Bibliotheken idealerweise direkt in die Communities eingebettet sind. Vermutlich kann es hierzu auch keine eindeutige Antwort geben. Der Kontext, die Ansprüche und Formen der Communities lassen diverse Varianten denkbar und notwendig erscheinen. Daher ist auch die Frage, ob eine Digitale Metabibliothek oder viele kleine verteilte Einzelbibliotheken besser wären, nicht zu klären. Wieder läuft es auf Szenarien und ein Sowohl-als-auch hinaus. 

Ohne große Debatte war man sich aber einig, dass die Bibliothek der Gegenwart neben ihrem traditionellen Aufgabenbündel einer Sammlung, Erschließung, Verwaltung und Zugänglichmachung von Inhalten zunehmend auch die Rolle einer Aktivierung von Menschen einnehmen sollte, die letztlich die Inhalte zurück an die Bibliothek vermitteln. Mehr denn je ist das Konzept Bibliothek heute eines einer möglichst offenen und zugänglichen Kommunikation.

Eine nächste Veranstaltung der Berliner Gazette findet im November statt (13.-15.11.2014) und so erfrischend und bereichernd wie diese war, bleibt es zu hoffen, dass der Dialog auch zu Bibliotheken, der im Gesamtkontext zwischen Post-Snowden-Welt und Bedingungslosem Grundeinkommen erwartungsgemäß nicht am allerhellsten in den Diskurs außerhalb der Bibliotheken strahlt, dort wieder einen Platz finden wird. Vielleicht sogar einen über der Erde.

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Weiterführend:

Sabrina Apitz (2013) Können Piraten und Kapitalisten gemeinsam eine universelle Kulturdatenbank erschaffen? In: Berliner Gazette. 26.12.2013

Corinna Haas, Beate Rusch (2014): Piraten und Kapitalisten denken eine globale digitale Bibliothek. Eindrücke von der „Complicity – Berliner Gazette Konferenz 2013“LIBREAS. Library Ideas, 24 (2014).http://libreas.eu/ausgabe24/02haas/

Ben Kaden (2014) Nach Feyerabend. Wieder ein Methodenzwang? Eine Skizze zum Diskurs um Digitale Bibliothek, Digitalkultur und Digital Humanities. In: LIBREAS-Weblog. 08.04.2014

Krystian Woznicki / berlinergazette.de (2014) KOMPLIZEN-Report 4 / 16 / 14. PDF-Download

(red./ Berlin, 18.04.2014) 

April 18, 2014
Zines of the Zone x Berlin

Gründonnerstag und Karfreitag sind die Tourtermine der Zine-of-the-Zone-Bibliothek in der Urban Spree Gallery in Berlin-Friedrichshain. Während der erste Tag mittlerweile so langsam austrudelt, bleibt der Freitag als Gelegenheit, die sicherlich ziemlich einzigartige Sammlung von Zines in der Galerie nahe der Warschauer Straße zu erkunden.

Ab 13 Uhr geht es weiter und in Berlin heißt till late bekanntlich bis sehr spät, so dass man vor dem üblichen Freitagabend-Clubbing hineinschauen kann. 

Am Samstag wird die Zine-Library laut Plan in den Prenzlauer Berg umziehen und einen Tag lang (von 10 bis 10) in der exp12-Galerie in der Greifswalder Straße zu sehen sein. Wer ausdauernd genug ist, kann also sogar nach dem üblichen Freitagabend-Clubbing die mobile Bibliothek besuchen.

Die LIBREAS-Redaktion wird natürlich auch gern noch einmal zum Vertiefungsbesuch antreten und später ausführlicher über das Projekt berichten. Vorab erst einmal vier Fotografien vom Donnerstag.

Zines of the Zone - description

(größere Ansicht der Beschreibung)

Zines of the Zone - Berlin exhibition

Zines of the Zone - Zines

Zines of the Zone - Berlin visitors

(red. @libreas / Bilder: Ben Kaden @bkaden)

April 18, 2014
Beschreibung zur Zines-of-the-Zone-Library.(Berlin, 17.04.2014 / Foto: bk)

Beschreibung zur Zines-of-the-Zone-Library.(Berlin, 17.04.2014 / Foto: bk)

April 14, 2014
todaysdocument:

It’s National Library Week!
Remember being this excited to check out a book? (Maybe you still are.)

From “The Day the Books Went Blank”, a 1961 educational film intended to show the importance of maintaining quality libraries, from The Library Extension Agencies of the six New England States.


The theme of this year’s National Library Week is “Lives Change.”  How has a library, or librarian, changed your life?

todaysdocument:

It’s National Library Week!

Remember being this excited to check out a book? (Maybe you still are.)

From “The Day the Books Went Blank”, a 1961 educational film intended to show the importance of maintaining quality libraries, from The Library Extension Agencies of the six New England States.

The theme of this year’s National Library Week is “Lives Change.”  How has a library, or librarian, changed your life?

(via cincylibrary)

April 14, 2014
Berliner Bibliothekswissenschaftliches Kolloquium im April und Mai 2014

Ein kurzer Hinweis:

Am morgigen Dienstag beginnt das Berliner Bibliothekswissenschaftliche Kolloquium am Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin mit seinem Vortragsprogramm für das Sommersemester 2014. Carsten Klee von der Staatsbibliothek zu Berlin spricht ab 18 Uhr im Raum 123 des Institutsgebäudes in der Dorotheenstraße über Offene Bestandsdaten und Linked Library Data:

"Aus dem Final Report der W3C Linked Library Data Group ist ersichtlich, dass sich Linked Library Data (LLD) bisher ausschließlich mit Norm- und Titeldaten beschäftigt hat. Um einen wirklichen Nutzen aus den Vorteilen von Linked Data zu ziehen, sollten sich Bibliotheken als nächstes an die Freigabe ihrer Bestandsdaten machen. Worin liegt genau dieser Nutzen und wie soll das geschehen? Im Gegensatz zu Norm- und Titeldaten weisen Bestandsdaten eine weitaus höhere Komplexität auf. Die DINI-KIM-AG Bestandsdaten hat es sich zur Aufgabe gemacht, Vorschläge für Beschreibung von Bestandsdaten mit Hilfe von RDF zu machen. Der Vortrag wird diese Fragen behandeln und einen Einblick in die Arbeit der DINI-KIM-AG Bestandsdaten gewähren.”

(red.)

April 13, 2014

“Die Humboldt-Universität verfolgt mit dem bologna.lab das Ziel, Freiräume für ein eigenständiges und forschungsorientiertes Lernen im Studium zu öffnen und kreativen Ideen in der Lehre mehr Aufmerksamkeit zu geben.” 

liest man auf der Seite zum Projekt bologna.lab. Und steigt man im Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin die Treppen zum ersten Obergeschoß hinaus, entdeckt man an der nicht mehr ganz makellosen, dabei doch irgendwie sympathisch abgeblebten Wand, das Poster zum Bachelorstudienprogramm “Vielfalt der Wissensformen”. 
Diese Mannigfaltigkeit mit den Erscheinungsmöglichkeiten des Wissens ist unvermeidlich auch im Kern der Bibliotheks- und Informationswissenschaft zu verorten. Insofern hängt die Ankündigung genau an der richtigen Stelle und es bleibt in jedem Fall die Hoffnung auf interdisziplinäre Wechselwirkungen. Morgen beginnt das Programm für das Sommersemester mit dem Seminar zur Gamification (von Thomas Lilge):

“Wir leben im Zeitalter der Spiele: Das Klischee vom pizzaessenden 14- jährigen Zocker ist Vergangenheit. Der durchschnittliche Spieler ist 44 Jahre alt. Die Spieleindustrie hat Hollywood als Traumfabrik längst abgelöst. Doch was ist eigentlich ein Spiel und was versteckt sich hinter den Begriffen Serious Games und Gamification? Im Seminar werden diese Fragen zur Kulturtechnik des Spiels mit Fokus auf den Trend Gamification behandelt. Mit den erworbenen Kenntnissen entwickeln wir prototypische Gamification Szenarien. Let´s play.”

Wobei die Gamifizierung derzeit bekanntlich auch in Bibliotheken bei der Frage nach zeitgemäßen Formen der Nutzerinteraktion eine nicht geringe Rolle spielt. Meredith Farkas bemerkte dazu unlängst:

"Gamification shows promise as much more than a spoonful of sugar." (Meredith Farkas: Just a Game? In: American Libraries, JAN/FEB 2014, S. 26. )

Das Seminar zeigt bereits allein durch seine Existenz, was man im Alltag vermuten kann: Mit der Gamifizierung schließen Bibliotheken an einen übergreifenden Trend der gegenwärtigen Digitalkultur an.(bk, 13,04.2014)

Die Humboldt-Universität verfolgt mit dem bologna.lab das Ziel, Freiräume für ein eigenständiges und forschungsorientiertes Lernen im Studium zu öffnen und kreativen Ideen in der Lehre mehr Aufmerksamkeit zu geben.”

liest man auf der Seite zum Projekt bologna.lab. Und steigt man im Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin die Treppen zum ersten Obergeschoß hinaus, entdeckt man an der nicht mehr ganz makellosen, dabei doch irgendwie sympathisch abgeblebten Wand, das Poster zum Bachelorstudienprogramm “Vielfalt der Wissensformen”.

Diese Mannigfaltigkeit mit den Erscheinungsmöglichkeiten des Wissens ist unvermeidlich auch im Kern der Bibliotheks- und Informationswissenschaft zu verorten. Insofern hängt die Ankündigung genau an der richtigen Stelle und es bleibt in jedem Fall die Hoffnung auf interdisziplinäre Wechselwirkungen. 

Morgen beginnt das Programm für das Sommersemester mit dem Seminar zur Gamification (von Thomas Lilge):

Wir leben im Zeitalter der Spiele: Das Klischee vom pizzaessenden 14- jährigen Zocker ist Vergangenheit. Der durchschnittliche Spieler ist 44 Jahre alt. Die Spieleindustrie hat Hollywood als Traumfabrik längst abgelöst. Doch was ist eigentlich ein Spiel und was versteckt sich hinter den Begriffen Serious Games und Gamification? Im Seminar werden diese Fragen zur Kulturtechnik des Spiels mit Fokus auf den Trend Gamification behandelt. Mit den erworbenen Kenntnissen entwickeln wir prototypische Gamification Szenarien. Let´s play.”

Wobei die Gamifizierung derzeit bekanntlich auch in Bibliotheken bei der Frage nach zeitgemäßen Formen der Nutzerinteraktion eine nicht geringe Rolle spielt. Meredith Farkas bemerkte dazu unlängst:

"Gamification shows promise as much more than a spoonful of sugar." (Meredith Farkas: Just a Game? In: American Libraries, JAN/FEB 2014, S. 26. )

Das Seminar zeigt bereits allein durch seine Existenz, was man im Alltag vermuten kann: Mit der Gamifizierung schließen Bibliotheken an einen übergreifenden Trend der gegenwärtigen Digitalkultur an.

(bk, 13,04.2014)

April 9, 2014
Ein Materialbündel. Eine Zusammenfassung zum Berliner Arbeitsgespräch “Geist im Buch”, in der FAZ.

In der heutigen Ausgabe (09.04.2014) der Frankfurter Allgemeinen Zeitung berichtet Hannah Lühmann über die Tagung (bzw. das Arbeitsgespräch) Geist im Buch. Historische Formen und Funktionen des Buchs in den Geisteswissenschaften., die (das) vom 03. bis zum 05. April “im kleinen unterirdischen Auditorium des Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrums der Berliner Humboldt-Universität” stattfand. (Hannah Lühmann: Apokalyptiker sind abends erschöpft. In: FAZ, Nr. 84, 09.04.2014, S.N3)

Aus dem Report lassen sich eine Art Definition des geisteswissenschaftlichen Buches und einige Thesen extrahieren, die als Bezugspunkte für den weiteren Diskurs anbieten.

Das geisteswissenschaftliche Buch wird als 

"materielle Bündelung akademischer und gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse"

gefasst. Selbiges lässt sich freilich auf diverse Publikationsformen anwenden. Zudem ist denkbar, das Konzept um weitere Spezifizierungen erweitern:

Zum Beispiel so:

"eine nach formalisierten und als legitim anerkannten Kriterien der Fachgemeinschaft erstellte und in Buchform publizierte materielle Bündelung akademischer und gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse."

In einem Zeitungsartikel klingt das zugegeben nicht allzu elegant und vielleicht näherte man sich dem Phänomen während der Tagung auch generell mit einem anderen Dreh. 

Von den Beiträgen der Veranstaltung werden nur zwei explizit angesprochen. Zunächst referiert die Autorin eine Position von Caspar Hirschi, Ordinarius für Geschichte an der School of Humanities and Social Sciences der HSG St. Gallen. Von ihm wird der Anschluss an den Krisendiskurs, hier sogar von einer apokalyptischen Reitquartett, übermittelt: Die klassische geisteswissenschaftliche Monographie steht nämlich in der Krise. 

Die Auslöser (“apokalyptischen Reiter”) dafür sind:

  • Google Books
  • Internetpiraterie
  • Blogosphäre
  • Open Access

Da diese Aussagen vermutlich aus der Einleitungsansprache stammen, fehlt leider auch ein Abstract zu weiteren Kontextualisierung. Nur zum Ross des Open Access wird eine Notiz mitgeliefert: dank der Entwicklungen in Baden-Württemberg könnte dieses Viertel des Quartetts bald mit einem staatlichen Mandat die Wissenschaft, nun ja vielleicht, voltigieren. 

Weiterhin erwähnt die Autorin des FAZ-Artikels den Beitrag Anke te Heesens (Humboldt-Universität zu Berlin), die sich unter der Überschrift Objekte im Buch? (Abstract auf dieser Seite) mit der Variante des Ausstellungskatalogs als geisteswissenschaftlicher Publikation befasste. Seit den 1990er Jahren avancierte diese Form selbst zur geisteswissenschaftlichen Monographie. Hannah Lühmann zitiert die Aussage, der Ausstellungskatalog sei seit dem Ende des 20. Jahrhunderts “das neue geisteswissenschaftliche Buch par excellence”.

Besonders vor dem Hintergrund der spürbaren Tendenz zur Visualisierung, die von den Digital Humanities und den in diesem Feld benutzten Technologien derzeit sehr in die Geisteswissenschaften zu drängen scheint, entfaltet die These:

"In der jeweiligen Gestaltung eines Buches oder einer Buchreihe spiegelt sich das Verhältnis einer Gesellschaft zur Organisation ihres Wissens."

ihre Relevanz. Wenngleich, so muss man nachschieben, die Frage nach dem Verhältnis von Form (und Materialität) und epistemologischen Zielen, Effekten und Optionen keineswegs auf das Medium Buch oder gar den Ausstellungskatalog zu beschränken wäre. In der Bibliotheks- und Informationswissenschaft diskutieren wie sie in gewisser Weise immer dann mit, wenn wir uns ganz grundsätzlich Gedanken über Form und Grenzen dessen machen, was man Dokument(ation) nennt.

Dass sich die Variante Ausstellungskatalog als anschauliches Beispiel anbietet, scheint selbstverständlich plausibel. 

Auch und gerade im weiteren Fortgang des Artikels zeigt sich, wie erweiterbar diese Wechselwirkung ist. Denn im Anschluss an Niklas Luhmann führt Hannah Lühmann aus:

"In der Forderung nach permanenter Fortschreibung und ständiger Verfügbarkeit von Wissen durch "Open Access" liegt eine Fetischisierung. Sie reduziert das komplexe Geflecht, in dem die Produktion und Aushandlung von Wissen stattfindet, auf eine seiner Erscheinungsformen." 

was sich in ihrem Twitterstream stark kondensiert so liest:

Sowohl der Zeitungsartikel selbst wie auch das Twitter-Statement verweisen dabei deutlich auf ein elementares Defizit beider, strukturgemäß, verkürzend wirkender Medienformen: Die Zuschreibung der Fetischisierung wird als Behauptung, jedoch ohne notwendige Begründung kommuniziert und ist daher auch nur begrenzt an einen Diskurs, dem es nicht um das Vermelden sondern um das Durchdringen solcher Fragen geht, anschlussfähig. Ein erörtender Aufsatz wäre hierfür das Mindeste. Denkbar ist natürlich, gern auch unter dem Titel #OpenAccess als Materialfetisch. eine medientheoretische, kommunikations- und wissenschaftssoziologische und schließlich geisteswissenschaftliche Monographie. 

(Ben Kaden / @bkaden, 09.04.2014)

April 3, 2014
vintagelibraries:

Public Library of Cincinnati & Hamilton County, Main Library Entrance, Branch pages on the front steps of the building, year unknown.

vintagelibraries:

Public Library of Cincinnati & Hamilton County, Main Library Entrance, Branch pages on the front steps of the building, year unknown.

(via cincylibrary)

March 31, 2014
vintagelibraries:

Public Library of Cincinnati and Hamilton County, Listening to records in the Music Department, 1955.

vintagelibraries:

Public Library of Cincinnati and Hamilton County, Listening to records in the Music Department, 1955.

March 31, 2014
DHd 2014-Nachlese 
Übersicht Twitteraktivitäten zu @bkaden​ (Ben Kaden) auf der DHd-2014 (25.03.-28.03.2014)eigene Aktivitäten:
Tweets mit Hashtag #dhd2014: 28 
davon mit Foto: 9
davon mit fachlichen Aussagen: 11
davon zum Tagungsort, Tagungsablauf, Tagungsorganisation: 13
davon mit weiterführenden Links: 2
davon Unsinn: 2
Retweets mit Hashtag #dhd2014: 1
Favoriten mit Hashtag #dhd2014: 15
weitere Favoriten mit Konferenz-Bezug: 5
Reaktionen
Favoriten: 14
Retweets: 25
Replies: 9
Erwähnungen: 1
Retweets der Erwähnung: 4
Favorisierung der Erwähnung: 8
Auswirkungen auf Klout-Score:
25.03.2014 (Konferenzbeginn): 40.01
26.03.2014: 43.55
27.03.2014: 43.66
28.03.2014: 47.01
(bk, 31.03.2014)

DHd 2014-Nachlese 

Übersicht Twitteraktivitäten zu @bkaden(Ben Kaden) auf der DHd-2014 (25.03.-28.03.2014)

eigene Aktivitäten:

  • Tweets mit Hashtag #dhd2014: 28 
  • davon mit Foto: 9
  • davon mit fachlichen Aussagen: 11
  • davon zum Tagungsort, Tagungsablauf, Tagungsorganisation: 13
  • davon mit weiterführenden Links: 2
  • davon Unsinn: 2
  • Retweets mit Hashtag #dhd2014: 1
  • Favoriten mit Hashtag #dhd2014: 15
  • weitere Favoriten mit Konferenz-Bezug: 5

Reaktionen

  • Favoriten: 14
  • Retweets: 25
  • Replies: 9
  • Erwähnungen: 1
  • Retweets der Erwähnung: 4
  • Favorisierung der Erwähnung: 8

Auswirkungen auf Klout-Score:

  • 25.03.2014 (Konferenzbeginn): 40.01
  • 26.03.2014: 43.55
  • 27.03.2014: 43.66
  • 28.03.2014: 47.01

(bk, 31.03.2014)

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